Mindsetveränderung – wie geht das, eine lernende Organisation zu werden? (Teil 1)

Mit allen möglichen Maßnahmen versuchen wir, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, und doch

  • will uns der entscheidende Durchbruch nicht gelingen,
  • verpuffen Maßnahmen im täglichen Kampf um Qualität, Lieferfähigkeit und Pünktlichkeit,
  • werden Projekte nicht pünktlich umgesetzt, verschoben oder verlaufen sogar im Sande,
  • werden vorgegebene Ziele nicht erreicht,
  • funktionieren die Mitarbeitenden nicht so wie geplant,
  • übernehmen Führungskräfte nicht die ihnen zugedachte Verantwortung,
  • sind Führungskräfte nicht die Antreiber oder Umsetzer, sondern die Verhinderer oder Verzögerer,
  • und, und, und.

Was also ist das Geheimnis der Marktführer, der Vorzeigeunternehmen, der profitableren Wettbewerber?

Der entscheidende Wettbewerbsfaktor heißt: Mindsetveränderung.

Doch das Problem ist: Unsere Damen und Herren Inhaber, Vorstände und Geschäftsführer investieren lieber in neue Anlagen und Gerätschaften. Die haben vermeintlich einen berechenbaren ROI (Return on Investment), den man präsentieren kann. In Mindsetveränderung wird hingegen nicht investiert.

Doch Mindsetveränderung ist der zentrale Faktor zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit mit einem ROI von 5 -10 % Jahr für Jahr. Mindsetveränderung heißt Veränderung der Führung in meinem Unternehmen. Grundlegend und nur mit einem Ziel: eine lernende Organisation zu werden.

Ich vergleiche ein Unternehmen gerne mit einem Orchester. Dort gibt es einen Dirigenten, der für das Zusammenspiel der unterschiedlichen Instrumente verantwortlich ist.

Wenn auch nur einer seinen Vorgaben nicht folgt, entsteht sofort Chaos, und das Ergebnis hört sich verheerend an.

Was macht also der Dirigent? Er gibt den Takt, die Tempi und die Melodien vor. Und nicht nur die 1. Geige oder der 1. Trompeter, sondern alle Führungskräfte und Mitarbeitenden müssen dem folgen.

Klare Prinzipien statt Chaos

Im Orchester klappt das – warum nicht in unseren Unternehmen?

Nun, wer von Ihnen hat in seinem Unternehmen die Prinzipien festgelegt, nach denen geführt werden soll und nach denen sich alle richten müssen?

Im Orchester werden mit der Vorgabe des Taktes, der Tempi und der Noten Prinzipien festgelegt.

Doch was finden wir in unseren Unternehmen vor?

Führung lernen!

Die Führungskräfte haben das Thema Führung nie gelernt. Sie haben sich Führung angeschaut, bei ihrem Vater oder ihrer Mutter, bei Vorgesetzten, oder sie haben sich belesen und das dann umgesetzt. Aber jeder führt anders.

Der eine führt autoritär, der andere möchte möglichst demokratisch agieren, der Dritte partizipativ und wiederum der Nächste laissez-faire.

Das alles dulden wir, ohne danach zu fragen, was dies für das Unternehmen ausmacht, wenn jeder so führt, wie er es für richtig erachtet.

Warum sehen wir nicht, dass dadurch Chaos entsteht, dass ich so die verabredeten Ziele nie erreichen werde? Denn ich kann mir nicht sicher sein, wie diese von den einzelnen Führungskräften umgesetzt werden.

Warum lassen wir so ein unberechenbares Chaos zu? Warum muten wir unserem wichtigsten Wettbewerbsfaktor – unseren Mitarbeitenden – das zu?

Sicherheit durch klare Regeln

Warum führen wir nicht als Inhaber, Vorstände und Geschäftsführer und geben die Führungsprinzipien vor und bestimmen damit, wie geführt werden soll, welche Führungskultur wir in den jeweiligen Unternehmen gelebt haben wollen?

Damit würden wir unseren Führungskräften und Mitarbeitenden klare Regeln vorgeben, und jeder wüsste, wie er sich verhalten soll, was man von ihm erwartet und wie die jeweilige Führungskraft in diesem oder jenem Fall reagiert.

Hierdurch haben die Führungskräfte und die Mitarbeitenden Sicherheit. Hierdurch werden sie zu einem berechenbaren Teil des Unternehmens, und es besteht – bei der richtigen Wahl der Prinzipien – die Chance, dass so ein lernendes Unternehmen entsteht, bei dem alle daran teilhaben, das Unternehmen erfolgreich zu machen, dass alle mitdenken und ihren definierten Teil dazu beitragen, den gewünschten Erfolg zu produzieren.

Wie das klappen kann und was wir dafür tun müssen, werde ich in meiner nächsten Wiegands Warte darlegen.

Bleiben Sie uns gewogen, bleiben Sie lean!

Ihr Bodo Wiegand

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